Über die Entsehungsgeschichte der Wasserburg Zelem lässt sich die Vermutung anstellen, das sie als fränkisches Bollwerk gegen die niederländischen Eindringlinge um die Jahrtausendwende entstanden ist. |
In dem aus zahlreichen Publikationen vertrauten Urkundenbestand der Abtei Echternach findet Burg Zelem ihre erste, geschichtlich zuverlässige Eintragung. Dort wird sie in einer Handschrift des 12. Jahrhunderts, die sich heute in der Pariser Nationalbibliothek befindet, unter den Gütern der Abtei als Besitz des comes de Selheim (I a9), comes de Selceim (I c20), greef von Zelem aufgeführt. |
Einer ihrer frühen Besitzer, Dietrich von Horn, entstammte der mächtigen Familie der Pfandbesitzer von Kranenburg, die im Erbfolgekrieg mit Kleve um die Eigenständigkeit Kranenburgs kämpfen. Dietrich selbst war Pfandinhaber zu Kranenburg in der Zeit von 1347 bis 1368. Zur gleichen Zeit war er auch mit dem Besitz von Zelem belehnt. |
Die genauen Besitzverhältnisse lassen sich ab der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts bis heute feststellen. 1377 ging das Leben an Hermann von Eyl als Offenhaus von Kleve. |
Die Familie Palant führte die größten Umbauarbeiten an der Wasserburg durch. Elbert von Palant war klevischer Erbmarschall. Dieser ist in der Inschriftzeile über dem Portal verewigt. Dort heisst es, dass der Graf von Alpen diese Burg erbaut habe und der Elbert Freiherr von Palant die Burg wieder hergestellt und im Geschmacke seiner Zeit ausgeschmückt hat. Er hat die Burg nach der Mitte des 16. Jh im Renaissance-Stil renoviert und ausgebaut. |
Bei der original Urkunde aus dem Jahre 1570 handelt es sich um eine Kaufurkunde. |
Eine Landkarte aus dem Jahre 1654 die sich heute im Berlier Kupferstichkabinett befindet zeigt Burg Zelem hinter der Stadansicht von Stadt Kraneburg ebenso wie auf den Atlas der Niederlande, der 1573 in Brüssel gedruckt wurde. |
Auch die Wylichs gehörten zu den einflussreichen Familien am Niederrhein. Adolf von Wylich wird bereits 1396 als Landdrost für die Länder Kleve und Kranenburg angeführt. Dietrich Karl von Wylich-Winnenthal hatte sich zum Vertreter der rebellierende Klever Stände gemacht, um im Regensburger Landtag dem selbstherrlich regierenden Kurfürsten die Steuerzahlung zu verweigern, Freiheit von allen Lasten zu fordern und Ablehnung der Beteiligung an den kriegerischen Unternehmungen ihres Kurfürsten kundzutun. |
Die Wasserburg Haus Zelem findet häufig auch die Aufmerksamkeit der Künstler. So bestehen auch Zeugnisse ihres Aussehens aus Zeiten vor der fotografischen Dokumentation. Im 18. Jahrhundert erreichte die zeichnerische Wiedergabe von Ansichten in und auf Städte, Dörfer, Kirchen und Burgen ihren Höhepunkt. Damals war die Nachfrage nach solchen Zeichnungen groß, da man begonnen hatte im großen Umfange Atlanten der verschiedensten Regionen anzulegen. Um Gebiete kartographisch zu erfassen und Bildbände dieser Regionen zu erstellen, musste man sich auf die Zeichnungen wandernder Künstler stützen. |
Auch Jan de Beyer, ein Schüler Pronks wirkte hauptsächlich im Gebiet um Kleve, Gelderland und Amsterdam. Ab 1747 arbeitete er ausschließlich in den Niederlanden. Er arbeitete mit größter Genauigkeit und beliebte Motive seiner Zeichnungen sind die Wasserburgen um Kleve herum. 1740 fertigte er eine reizvolle, sehr detaillierte Zeichnung von Zelem an . Darauf sieht man nicht nur den großartigen Ausbau von einer Wasserburg zu einem dreigeschossigen Renaissance-Schloß mit Nebengebäuden, sondern auch den breiten Wassergraben, der die Burg umgibt. |
Anfang des 19. Jh erfuhr die Burganlage eine große Reduzierung des Renaissance-Ausbaus. Genauere Umstände sind nicht bekannt. Sie könnte einer Feuersbrunst zum Opfer gefallen sein. Danach wurde Burg Zelem wieder in seinem ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Die politischen Zeiten hatten sich nach der französischen Revolution verändert. Mit dem aufkommenden Bürgertum verzichtete man weitgehend auf ausschweifende Landsitze und wandte sich strengen Formen des Klassizismus zu.Mit dem 19. Jahrhundert wird die Bedeutung der Wasserburg Haus Zelem auf einen landwirtschaftlichen Großgrundbesitz zurückgeführt. Die heutigen Wirtschaftsgebäude entstammen aus jener Zeit und stehen auf den Grundmauern des alten Südwestflügels. |
Die kriegerischen Wirren des 20. Jh hat Burg Zelem aufrgrund seiner versteckten Lage unbeschadet überstanden und ist deshalb heute noch als mittelalterliche Burg in Ihrer Grundsubstanz erhalten. Sie befindet sich in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich. |